In den letzten Wochen haben sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Projekten
intensiv mit dem Thema Europa beschäftigt.
Am 16. und 17. Juni hatten wir im zweiten Jahr in Folge mit Frau Susanne Bade aus dem
Verbindungsbüro des EU-Parlaments in Berlin eine GADSA-Ehemalige zu Gast. Mit dem
gesamten Jahrgang 9 führte sie im Rahmen des Back-to-School-Programms der EU-
Landesvertretung des Bundeslandes NRW einen spannenden Workshop in vier Gruppen
durch. Dabei schlüpften die Lernenden in einem Rollenspiel selbst in die Rolle von EU-
Abgeordneten und suchten gemeinsam nach Kompromissen und einer Entscheidung im EU-
Parlament. Nachdem sie sich zunächst in einem EU-Quiz mit Basiswissen, wie der Anzahl der
Mitgliedsländer (es sind 27 😉 ) , beschäftigt hatten, starteten sie gut informiert in das Rollenspiel.
Nach dem Zufallsprinzip wurden die Schülerinnen und Schüler einer von vier
unterschiedlichen Fraktionen (Solidarität, Tradition, Umweltschutz und Freiheit) zugeteilt
und setzten sich anschließend in ihren Fraktionen sowie in zwei Ausschüssen mit einem
Gesetzesvorschlag über „die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung des CO₂-
Fußabdrucks auf Lebensmittelverpackungen“ auseinander. Sie tauchten in die Rolle der
Abgeordneten ein, tauschten sich in den Fraktionen aus, erhielten Impulse aus ihrer
Wählerschaft, diskutierten miteinander und fanden Kompromisse. Gekrönt wurde die
Debatte von den Reden der vier Fraktionssprecher*innen und der anschließenden
Abstimmung im Plenum über das Gesetz und verschiedene Änderungsanträge. Die
demokratischen Prozesse im EU-Parlament wurden so für unseren Jahrgang 9 unmittelbar
erlebbar.
Ein weiteres Europa-Projekt der letzten Wochen wurde in Kooperation mit dem Netzwerk
der Dortmunder und Iserlohner Europaschulen durchgeführt. Unter dem Motto „Das darf
doch wohl nicht wahr sein?! – Faktencheck Europa“ setzten sich engagierte Lernende der
Jahrgänge 10, EF und Q1 mit der Entstehung von und dem Umgang mit Desinformation
auseinander. Dabei lernten sie zum Beispiel die Unterschiede zwischen Falschinformationen,
Desinformationen und Verschwörungserzählungen kennen und erfuhren, wie man KI-
generierte TikToks erkennt und bei Zweifeln einen Faktencheck mithilfe seriöser Quellen
durchführt.
Eine andere Gruppe überprüfte bei einer EU-Stadtrallye die Behauptung, die EU
habe für Dortmund keine Bedeutung und stieß in der Innenstadt auf zahlreiche durch EU-
Fonds geförderte Orte und Projekte wie den Radwall, MigraDo oder das Dortmunder U.
Bei einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung des Projekts am 30. Juni in der Europaschule
trugen die Teilnehmenden der verschiedenen Schulen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse
zusammen und präsentierten ihre Ergebnisse. Die entstandenen Beiträge verdeutlichen, wie
wichtig es ist, Informationen kritisch zu hinterfragen, Quellen zu überprüfen und sich eine
fundierte Meinung zu bilden: zentrale Voraussetzung für reflektierte, demokratische Teilhabe und
ein verantwortungsbewusstes Miteinander in Europa und der Welt.





